Sieg, Niederlage, Niederlage, Sieg und nun schon wieder eine Niederlage - eine äusserst empfindliche noch dazu: Die Achterbahnfahrt mit dem EHC Olten hat am Dienstagabend mit einer 3:5-Klatsche seine Fortsetzung gefunden.

Die Highlights der Partie

Und dabei wurden den Dreitannenstädtern von den Rapperswil-Jona Lakers deutliche Limiten aufgezeigt. Selbst sechs Überzahlsituationen in Serie (18 Strafminuten insgesamt!) vermochten die Oltner vor 3033 Zuschauern nicht zum Positiven auszunutzen.

Auf der anderen Seite zeigten sich die St. Galler hingegen von der effizientesten Seite.

«Wir sind selber Schuld. Unsere Chancenauswertung war einmal mehr nicht gut genug. Die Playoffs kommen langsam näher, das müssen wir sicher besser machen», bilanzierte Stefan Mäder schonungslos.

Kann sich der EHC Olten in den verbleibenden 13 Qualifikationsspielen nicht deutlich steigern, wird man in den Playoffs zuerst auswärts antreten müssen.

Mit der 3:5-Niederlage ist ein allfälliges Heimrecht - den 4. Platz am Ende der Qualifikation - zumindest schon einmal in die Ferne gerückt. Der EHCO hat es verpasst, den Anschluss an die Top 4 zu halten, ja Direktkonkurrent Rapperswil-Jona in der Momentaufnahme zu übertrumpfen.

«Das Heimrecht wäre enorm wichtig in dieser ausgeglichenen Liga. Man muss schon den dritten Platz anstreben, um den anderen Topteams aus dem Weg gehen zu können», weiss Martin Ulmer.

Ungenaues Passspiel

Am Ursprung der 13. Oltner Saisonniederlage stand vor allem das ungenaue Passspiel. Selbst Jiri Polansky machte im ersten Drittel nur mit Pässen auf sich aufmerksam, die entweder an den Schlittschuhen der Mitspieler abprallten, oder schlimmer, gleich beim Gegner landeten.

Dabei startete der EHC Olten vielversprechend. Mit aufsässigem, druckvollem Spiel gestalteten die Powermäuse die Partie in der Anfangsphase mehrheitlich in der Offensive.

Und trotzdem musste das Team von Headcoach Maurizio Mansi nach 12 Minuten einem Rückstand hinterherrennen: Cédric Hüsler nutzte die zweite Überzahlsituation der St. Galler mit einem satten Handgelenkschuss aus.

In der Folge war das dominante EHCO-Spiel wie weggeblasen. Es brauchte einen immer stärker aufspielenden Jiri Polansky und dessen überraschenden Pässe, um sich etwas zu fangen. Doch sowohl Philipp Wüst wie auch Marco Truttmann vermochten die tschechischen Zuspiele aus besten Abschlusspositionen nicht zu verwerten (19.).

So kam es, wie es kommen musste: Just inmitten dieser Erholungsphase wurden die Oltner für gefährliche Pässe durch die Offensivzone bestraft: Dion Knelsen spitzelte an der eigenen blauen Linie den Puck aus der Zone, entwischte Verteidiger Marc Grieder und verwandelte in bester Topskorer-Manier eiskalt zur Vorentscheidung (20.).

Und nach der ersten Pause war Rajan Sataric mit dem dritten Gäste-Treffer sogleich für den Todesstoss besorgt. In der Szene davor scheiterte Ueli Huber auf der anderen Seite bezeichnenderweise aus derselben Abschlussposition wie Sataric kläglich.

Polanskys zweiter Saisontreffer, Martin Ulmers und Justin Fesers Tore waren anschliessend nicht mehr als ein leises Aufbäumen. 

«Wir haben für unsere Fehler teuer bezahlt. Das tut mir und dem Team weh», sagt Mansi. «Wir waren vor dem Tor nicht bissig genug. Dabei hatten wir uns vorgenommen, viel zu schiessen», so der Trainer.

Doch woran scheitert die Umsetzung? Martin Ulmer, der mit dem 2:4-Treffer noch einmal kurzzeitig Hoffnung aufkeimen liess, zuckt nur wortkarg mit den Schultern: «Wenn es so einfach wäre, hätten wir es längst geändert.»

Telegramm

Olten - Rapperswil-Jona 3:5 (0:2, 1:2, 1:1)

3033 Zuschauer. - SR Hebeisen/Wirth, Progin/Schüpbach. - Tore: 12. Hüsler (Mason, Profico/Ausschluss Leonelli) 0:1. 20. Knelsen (Casutt) 0:2. 24. Sataric (Knelsen, Hügli) 0:3. 29. Polansky (Wüst, Feser/Ausschluss Rizzello) 1:3. 35. Bader (Hüsler, Vogel) 1:4. 44. Martin Ulmer (Feser, Schwarzenbach) 2:4. 46. Casutt (Knelsen, Aulin/Ausschlüsse Ast, Bagnoud) 2:5. 51. Feser (Mäder/Ausschluss Schwarzenbach!) 3:5. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Olten, 9mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona.

Olten: D. Nyffeler; Hürlimann, Kobach; Pargätzi, Ast; Grieder, Aeschlimann; Bagnoud; Schwarzenbach, Schneuwly, Leonelli; Mäder, Feser, Ulmer; Wüst, Polansky, Truttmann; Huber, Hirt.

Rapperswil-Jona: Melvin Nyffeler; Geyer, Grossniklaus; Sataric, Maier; Mason, Profico; Guerra; Hoffmann, Aulin, Rizzello; Casutt, Knelsen, Hügli; Bader, Vogel, Hüsler; Schmutz, Studer, Altorfer.

Bemerkungen: Olten ohne Gedig (überzählig), Diem (familiäre Gründe), Schnyder, Rouiller, Meister, Sahli, Chuard, Morini (alle verletzt).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Adriana Gubler: