Um 17.45 Uhr warnte die Polizei in einer e-mail an die Medien: «Vorsorglich weist die Polizei die Bevölkerung in der Region auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten.» Gemeint waren die angrenzenden Gemeinden Riedholz, Feldbrunnen, Luterbach und Zuchwil.

Lange dauerte es nicht, bis die im Einsatz stehenden Feuerwehren das Feuer unter Kontrolle hatten und klar war, dass keine Gefahr besteht. Um 19.07 Uhr ging über das Informationssystem «Ikaro» die offizielle Entwarnung an die Radiostationen heraus.

Brand auf dem Borregard-Areal Riedholz
Quelle: TeleM1

«Keine ernste Gefahr für Bevölkerung»

«Bei einem solchen Ereignis muss möglichst rasch eine ‹Beurteilung der Lage› vorgenommen werden», so Kapo-Mediensprecher Bruno Gribi. Dies geschehe in der Regel direkt vor Ort in Absprache zwischen den Einsatzkräften. Nebst Polizei und Feuerwehr würden bei einem solchen Ereignis auch Chemiefachberater etc. im Einsatz stehen. Diese Experten hätten rasch festgestellt: Der Tank ist leer, es sind keine giftigen Substanzen vorhanden.

Nach dieser Feststellung musste laut Gribi einzig noch der beissende Rauch in die Gefahrenbeurteilung einbezogen werden, denn «je nach Konzentration kann auch Rauch gesundheitsschädigend sein.» Weil man zudem zu Beginn nicht gewusst habe, ob sich der Brand noch ausweite, habe man vorsorglich die Bevölkerung gewarnt. Gribi betont aber: «Es hat zu keinem Zeitpunkt eine ernste Gefahr für die Bevölkerung bestanden.»

Selbst kundig gemacht

Die Luterbacher Gemeindebehörden wurden am Dienstagabend nicht offiziell informiert. Gemeindepräsident Michael Ochsenbein stand um halb sechs in der Gemeindeverwaltung und erklärte, dass es in der Borregaard offensichtlich brenne. «Daraufhin haben wir uns selbst bei der Polizei kundig gemacht», erklärt Gemeindeschreiber Ruedi Bianchi auf Anfrage.

«Für uns stellte sich die Frage, ob wir den Führungsstab alarmieren müssen, da ja im ersten Augenblick nicht klar war, was denn genau los ist.»

Via SMS informiert

Jasmin Huber, Gemeindepräsidentin Riedholz, war in Bern, als der Brand ausbrach. «Ich wurde via SMS informiert. Unser Feuerehrkommandant fuhr fast genau bei Brandausbruch bei der Borregaard durch und hat dann selbst sofort informiert und die Feuerwehrleute aufgeboten», so Huber. Viel habe sie aber nicht mitbekommen, da sie erst spätabends nach Hause kam. «Ich weiss aber, dass die Feuerwehrleute um 21 Uhr bereits wieder zuhause waren. Das Feuer war offensichtlich heftig, aber nur kurz.»

Während der Geruch in Luterbach und in Solothurn gut zu riechen war, habe es in Riedholz kaum gerochen, so Huber weiter.

Derzeit untersuchen Spezialisten die Brandstelle auf die Ursache. Denn die Brandursache ist noch nicht bekannt. Nach ersten Informationen der Polizei soll bei Rückbauarbeiten an einem Metalltank dessen Kunststoff- Innenbeschichtung in Brand geraten sein. Derzeit werden die Anlagen der im Herbst 2008 stillgelegten Fabrik abgebaut. Auf dem Gelände sollen neue Nutzungen Platz finden. Verletzt wurde niemand.