Das Egerkinger Schwimmbad ist in die Jahre gekommen. In den Jahren 1969/70 gebaut, wurde 1994 mit dem Einbau einer neuen Folie im Beckenbereich das letzte Mal eine grössere Sanierung im Bereich der Schwimmbecken ausgeführt. Dies soll sich, wenn es nach dem Gemeinderat geht, endlich ändern. Im Juni kommt ein 3-Millionen-Franken-Kredit vors Volk, der eine komplette Sanierung des Bades abdecken würde.

Bereits seit längerer Zeit beschäftigt sich der Gemeinderat mit der Sanierung des Schwimmbades. Zuletzt auch in Verbindung mit der Vergrösserung und Neukonzeption des Schulhauses Mühlematt. Dabei wurde die Schwimmbad-Planung gestoppt, weil abgeklärt werden musste, ob das Freibad an seinem heutigen Platz am richtigen Ort, beispielsweise bezüglich Sonneneinstrahlung, steht; und dadurch einem künftigen Ausbau des Schulhauses im Weg wäre. Dies ist aber nicht der Fall, deshalb wurde die Planung der dringende notwendigen Schwimmbadsanierung wieder aufgenommen. Die Schulhauserweiterung wurde derweil auf die Jahre nach 2021 geschoben.

Technik und Sicherheit kosten mehr als erwartet

2015 beschloss der Gemeinderat von Egerkingen, das Kostendach für die Sanierung auf 1,8 Millionen festzulegen. Nun wird die Sanierung diesen Wert jedoch deutlich überschreiten. «Beim damaligen Stand der Abklärungen ging der Gemeinderat davon aus, dass diese Vorgabe erfüllt werden kann, wenn zum Beispiel auf das Springerbecken verzichtet wird.

Ebenfalls nahm man an, dass die Wassertechnik nur aufgerüstet, nicht aber komplett ersetzt werden muss», erklärt Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi den finanziellen Unterschied.
Der Komplettersatz der Wassertechnik kostet nun zum Beispiel 650 000 Franken. Das Erstellen eines neuen Springerbeckens und leichte Vergrösserung des bestehenden Beckens kostet im neuen Projekt 320 000 Franken mehr als vorgesehen.

Dies ist nötig, weil aus Sicherheitsgründen ein klar begrenzter Badebereich eingerichtet werden müsse. «Mit anderen Worten sind es vor allem die Technik und die Sicherheit, die uns einen Strich durch die ursprüngliche Rechnung machen», so Bartholdi.

Das Egerkinger Schwimmbad wurde ursprünglich rein als Lernschwimmbecken für die Schule konzipiert. Die letzte Aufwertung erfolgte im Jahr 2008 mit dem Bau eines Pavillons mit Umkleidekabinen und Kiosk.

Bei der nun vorgesehenen Sanierung werden aus sicherheitstechnischen Gründen das Schwimmer- vom Nichtschwimmerbecken getrennt und ein Kinderplanschbecken neu gebaut. Zudem werden die Becken mit Edelstahlwannen ausgekleidet. Diese hätten den Vorteil, dass sie eine Lebensdauer von bis zu 50 Jahren aufweisen, so Bartholdi.

Ein klarer Vorteil gegenüber dem alten Foliensystem, welches spätestens nach 25 Jahren sanierungsbedürftig ist. Die Kosten für die Edelstahlvariante seien dabei nur unwesentlich höher als bei der Auskleidung der Becken mit einer Folie.

Investition wurden nach hinten geschoben

2015 hiess es vom Gemeinderat, dass die Sanierung bereits im Herbst 2016 anlaufen und somit auf die Badesaison 2017 abgeschlossen sein solle. Warum also die Verzögerung? «Nach der Einführung von HRM2 müssen die Gemeinden innert zehn Jahren ihr Verwaltungsvermögen abschreiben.»

Für die Einwohnergemeinde bedeute dies eine jährliche Belastung von rund 1 Million Franken, so Bartholdi. Deshalb seien allgemein alle Investitionen nach hinten verschoben worden, um Doppelbelastungen so weit als möglich zu vermeiden.

Nun soll es aber vorwärtsgehen. Gesetzt den Fall, der Souverän spricht an der Gemeindeversammlung im Juni den Kredit von 3 Millionen Franken, laufe die Detailplanung an. «Die Ausführung der Arbeiten wird somit erst nach der Badesaison 2018 möglich sein.»

Eine Neueröffnung sei dann auf die Badesaison 2019 vorgesehen. Badewütige müssen sich daher nicht fürchten: Weder die Badesaison 2017 noch die folgenden sind in Gefahr.