Bei der Pflanzschule Emme in Wiler bei Utzenstorf trafen sich am Samstagmorgen bei strahlendem Sonnenschein 25 Personen. Ausgestattet mit gutem Schuhwerk, Fernglas und einer Portion Neugier machte sich die Gruppe auf den Weg Richtung Emme. Sie folgten damit einer Einladung des Natur- und Vogelschutzvereins.

Bereits nach ca. 50 Metern unterbrach Forstingenieur Eduard Reusser den Fussmarsch, um erste Informationen abzugeben. Die Aufweitung der Emme brachte auch im angrenzenden Auenwald Renaturierungsarbeiten mit sich. Man habe dabei den Wald in einen naturnahen Zustand zurückgeführt, erzählte Reusser. Im Bereich «Gerlafinger Weiher» waren es vor allem Fichten und Tannen, die zur Förderung typischer Auenwaldbaumarten wie Esche, Buche, Eiche und Linde weichen mussten.

Der Verlandung wurde mittels Entfernung der Weiden im Schilfgürtel eingedämmt. Mit der Freilegung des Waldbaches wurden lichtbedürftige Wasserpflanzen gefördert. Hatte man früher noch versucht, Wälder trockenzulegen, weiss man heute, dass Gewässer im Wald sehr wertvoll sind und dadurch die Biodiversität gefördert wird.

Wichtiges Totholz

Weiter ging es dem Emme-Ufer entlang Richtung Gerlafingen. Beim nächsten Halt informierte Eduard Reusser, dass auf die Schaffung von stehendem und liegendem Totholz geachtet wurde, da etliche Käfer- und Vogelarten zum Überleben davon abhängig sind. Was für das Auge des Spaziergängers also eher nach Sauerei aussehe, sei für das Ökosystem unerlässlich.

Beim Weitermarschieren gab der Schilfgürtel einen Blick auf den Weiher frei und man konnte die knapp entengrossen Blesshühner mit ihren Jungen beobachten. Nur ein paar Schritte weiter zog eine Wasseramsel die Aufmerksamkeit der Gruppe auf sich. Die mitgebrachten Ferngläser wurden zu Hilfe genommen, um das Tier besser beobachten zu können.

Maschine abgesunken

Eduard Reusser machte die Gruppe auf ein Kleinod, den selten gewordenen Erlenbruchwald aufmerksam. Hier wurde dieser aktuell durch die Entfernung standortfremden Baumarten gefördert. Dazu noch eine Anekdote: Bei der Entfernung ebendieser Bäume musste schweres Gerät eingesetzt werden. Man habe gewusst, dass der Waldboden hier weich sei. Dass aber die Maschine so weit absinken würde, dass nur noch die Führerkabine zu sehen war, damit haben man nicht gerechnet. Nur mithilfe eines 40-Tonnen-Baggers konnte das Gerät aus seiner misslichen Lage befreit werden.