Der Angreifer vom Solothurner Restaurant «Solheure» versuchte das Opfer nicht zu töten und nahm auch seinen Tod nicht in Kauf. Das Obergericht sprach den 40-Jährigen nur der versuchten eventualvorsätzlichen schweren Körperverletzung schuldig.

Die Vorinstanz hatte auf versuchte vorsätzliche Tötung erkannt und eine Strafe von 5 Jahren Gefängnis ausgesprochen. Das Obergericht verurteilte den Italiener nun zu nur 3 Jahren, davon 9 Monate unbedingt, 27 Monate bedingt – bei 2 Jahren Probezeit.

Der Täter hatte im Januar 2015 einen Mann am Hals mit einem Messerschnitt verletzt. Dies sei nicht im Rahmen einer tätlichen Auseinandersetzung geschehen, befand das Obergericht mit Daniel Kiefer, Hans-Peter Marti und Thomas Laube.

Die Kraft des Angriffs sei gemildert, weil ein Dritter dazwischen stand. Die Tat sei rasch erfolgt, die Gefahr einer Bewegung des ruhig stehenden Opfers klein und der Schnitt oberflächlich gewesen.

Der unter Alkoholeinfluss stehende Täter sei beim einmaligen Angriff zwar heimtückisch und egoistisch, aber nicht brutal vorgegangen. Er muss dem Opfer aber eine höhere Genugtuung bezahlen, nämlich 5000 statt 1000 Franken. Das Gericht geht von einem einmaligen Ausraster aus. (omb)