Huttwil
Aktualisiert am 21.02.12, um 20:07 von Jürg Rettenmund
 

Huttwiler Schule hat Kinder nach Einbruch beruhigt

Die Vandalen kamen durch den Keller ins Schulhaus, wo sie auch die grösste Zerstörung hinterliessen.jr
Die Vandalen vom Freitag hatten doch keinen Schlüssel zum Städtli-Schulhaus in Huttwil. Sie sind durch einen Fensterschacht ins Schulhaus eingestiegen. von Jürg Rettenmund
 

Wenigstens das: «Wir konnten heute Morgen die Kinder informieren, dass die Vandalen vom Freitag keinen Schlüssel zum Schulhaus besassen», erklärt Peter Heiniger, Schulleiter im Schulhaus Städtli in Huttwil. Dieses war vom Saubannerzug durchs Städtchen am stärksten betroffen.

Heiniger geht nach dem, was er zusammen mit Abwart Ueli Schütz festgestellt hat, davon aus, dass die Vandalen auf der Ostseite des Schulhauses ein Schachtgitter entfernten. Sie stiegen in den Schacht hinunter und stiessen ein nicht korrekt geschlossenes Fenster auf. «Es war zwar optisch zu, aber nicht richtig verriegelt», erklärt Heiniger. Anschliessend brachen die Einbrecher die abgeschlossene Tür des Werkraumes mit Gewalt auf und begannen ihr Zerstörungswerk in den Kellerräumen sowie den Gängen des Erdgeschosses.

Die Tatsache, dass die Eindringlinge keinen Schlüssel besassen, erklärt nun auch, warum die Klassenzimmer und das Lehrerzimmer von ihnen verschont blieben. Lediglich an der Tür des Lehrerzimmers haben sie offenbar ihre Wut mit einem Fusstritt ausgelassen.

Angst und Erleichterung

Die Vorstellung, dass die Eindringlinge einen Schlüssel besitzen, mit dem sie jederzeit wieder in das Haus eindringen könnten, habe den Kindern Angst gemacht, erklärt Peter Heiniger. Entsprechend häufig sei der Vorfall auch ein Thema gewesen und seien viele Fragen gestellt worden – und entsprechend war nun die Erleichterung nach dem Wochenende.

Nicht thematisiert hat Peter Heiniger, der am Montagmorgen in jeder Klasse persönlich informierte, den Hintergrund der vielen gesprayten Hakenkreuze. «Das ist bei Erst- bis Sechstklässlern noch zu früh», erklärt er. «Wo ich gefragt wurde, habe ich gesagt, dass dieses Symbol aus einer schlimmen Zeit stammt, über die sie in der Oberstufe im Fach Geschichte noch mehr erfahren werden.»

Weiter hat der Schulleitern den Kindern einen Brief für die Eltern mitgegeben, der die Informationen noch schriftlich enthielt. Dort orientierte er auch über die längerfristigen Folgen des Einbruchs. Vor allem ein Werkraum ist durch das ausgeflossene Wasser nicht mehr brauchbar. Dieser wird nun getrocknet, anschliessend müssen die verschmierten Wände gereinigt und allenfalls neu gestrichen werden. Vorläufig wird im anderen Werkraum unterrichtet und wo möglich auf die Klassenzimmer ausgewichen.

In andere Schulhäuser ausweichen

Nächste Woche sind in Huttwil Sportferien. Sollten die Arbeiten danach nicht erledigt sein, müssten einzelne Klassen das Werken in einem anderen Schulhaus besuchen.

Hat die Schule inzwischen Klarheit darüber, wie der Einbruch stattfand, so tappt sie bezüglich der Täterschaft immer noch im Dunkeln. Für Peter Heiniger steht eine Nachwirkung des Schmutzigen Donnerstags am Vorabend immer noch im Vordergrund, umso mehr, als nichts entwendet, sondern «nur» zerstört wurde. In Brüche gingen auch Werkarbeiten von Schülern.

Zurückhaltend mit Informationen ist die Kantonspolizei, die am Freitag im Schulhaus war. Sie wollte schon damals die Schlüssel-These nicht bestätigen. Das war auch gestern nicht anders. «Wir ermitteln in verschiedene Richtungen», hielt Mediensprecherin Daniela Sigrist fest. Für Ergebnisse sei es noch zu früh, umso mehr als noch ein Zeugenaufruf laufe (Posten Huttwil, Telefon 031 634 41 11). Ob dieser rege benützt wird, wollte die Kapo-Sprecherin auch nicht sagen.

(az Langenthaler Tagblatt)
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