Auf einem Rundgang durch die Innenstadt fallen einem (immer noch) viele leerstehende Schaufenster auf. Sei es an der Marktstrasse, wo beispielsweise die Ladenfläche des ehemaligen Hi-Fi-Fachgeschäftes Roth zum grössten Teil seit inzwischen Jahren leersteht. Gleich schräg vis-à-vis, wo einst ein national tätiger Immobilienhändler seine Angebote im Schaufenster feilbot, hat seit einiger Zeit ein thailändisches Wellness-Institut Sitz genommen. Bei Sunda Bider, der Gattin des ehemaligen Grenchner Feuerwehrkommandanten, kann man sich nach traditioneller Art massieren und behandeln lassen. Hier gab es also durchaus positive Bewegung.

Gleich ein Fenster weiter: gähnende Leere. Der Pakistani, der hier unter anderem Curry in Dosen für Extrem-Grossfamilien sowie viele Gewürze, Tees und Reissorten im Sortiment führte, habe sich quasi über Nacht aus dem Staub gemacht, berichten Anwohner. Dass bei der Nacht-und-Nebel-Aktion auch diverse Dinge zu Bruch gingen, wie eine Leuchtreklame auf der gegenüberliegenden Strassenseite, ist dabei wohl nur Nebengeräusch.

Änet dem Marktplatz in der Rainstrasse ist alles beim Alten. «La Focaccia» hat letztes Jahr ausgebaut, was sich offenbar ausbezahlt hat. Neben dem Kino vis-à-vis sind die vormaligen Verkaufsflächen von Fricker Schuhe unbenutzt. 106 Quadratmeter plus Lagerraum warten auf neue Mieter. Rund um den Postplatz ist nicht viel passiert – leere Schaufenster sieht man hier keine, alles läuft rund. An der Kirchstrasse bietet Möbel Märit beste Schweizer Bettwaren und Matratzen in einem Fabrikverkauf an. Auch hier wurde viel bewegt. Und in wenigen Tagen ist an der Kirchstrasse weiter nördlich die neuste Niederlassung von Müller Büchler Glas operativ tätig.

Bewegung gab es auch an der Bettlachstrasse: Der Blumenladen, der kurzzeitig bei Fotoryf eingemietet war, ist etwas weiter an die Bielstrasse umgezogen. Fotoryf hat nun stattdessen Platz für ein Foto-Druckzentrum mit interessanten Angeboten. Und nun ist auch klar, wo Oliver Leuenberger seinen Schmuck künftig an den Mann und die Frau bringt: Grenchen ist nicht mehr im Rennen, jetzt muss man nach Biel fahren.

Am Marktplatz wird es demnächst Bewegung geben. Sergio geht Ende Monat definitiv zu. Es bleibt zu hoffen, dass das von der Besitzerin der Liegenschaft, der Credit Suisse, und der Wirtschaftsförderung der Stadt Grenchen angedachte Projekt eines Public-Workspace-Projekts schnell zum fliegen kommt. Die Räumlichkeiten der ehemaligen Bank und des darüberliegenden Café Märit stehen nun weiss Gott schon lange genug leer.

Gas gegeben hat man auch an der Bettlachstrasse: Dort, wo früher Gitarren gestimmt wurden, arbeitet nun im Beautyhouse eine Kosmetikerin und verschönert ihre Kundschaft mit magischen Händen, wie es heisst. Und laut einer Baupublikation wird man schon bald Ecke Bettlachstrasse/Kapellstrasse in ein neues Restaurant einkehren können. Die Räumlichkeiten, in denen vor Jahrzehnten auch mal das Grenchner Tagblatt zu Hause war, sollen umgebaut werden. Wir sind gespannt!