Am Eingang des Grenchner Hofs parkt eine weisse Limousine mit einem arrangierten Rosenbouquet auf der Haube, ein roter Teppich lädt ins Innere des Restaurants ein, flankiert von geflochtenen Herzen und verstreuten Rosenblättern. Sowohl der Eingangsbereich als auch die einzelnen Stände sind sehr prunkvoll hergerichtet.

Aufwand wurde keiner gescheut. Bereits kurz nach elf Uhr, dem Beginn der ersten Grenchner Hochzeits- und Festmesse, waren viele Gäste vor Ort, bummelten durch den Ausstellungsraum und liessen sich immer mal wieder beraten. Einige sind gekommen, um Ideen für ihre Hochzeit oder ein anstehendes Fest zu sammeln, andere wiederum weil sie diese kleine aber edle Messe auf keinen Fall verpassen wollten.

«Wir sind nicht hier, um noch einmal zu heiraten, das haben wir hinter uns, aber Grenchner Anlässe muss man einfach unterstützen», findet beispielsweise das seit 48 Jahren liierte Ehepaar Bürgin lachend.

Organisation vor der Haustür

Es wurden keine Standgebühren verrechnet und der Andrang fürs Ausstellen unter den Gewerblern war gross. Aus Platzgründen mussten sich die Organisatoren auf vierzehn Stände beschränken. Geplant ist, die Messe im nächsten Jahr wieder durchzuführen. Im Eiltempo gelang es OK-Chefin Kerstin Schlup, Betreiberin von Coiffure Création Marc, zusammen mit Lara Näf (Chefin Grenchner Stadtanzeiger) die Messe auf die Beine zu stellen und auch die Stadt für sich zu gewinnen.

Das Ziel der Messe ist es, die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass sie für ihre Festlichkeiten alles vor Ort beziehen können und nicht bis Biel oder Solothurn fahren müssen. Zwölf der vierzehn Gewerbler stammen direkt aus der Uhrenstadt. Es lässt sich alles finden, was es für ein Fest oder eine Hochzeit braucht: Blumengestecke, Unterwäsche, festliche Kleider, Schmuck, Uhren, Ringe, Fotografen, die Organisation der Hochzeitsreise und mehr.
Den Stand des Gassler Becks schmückt ein Modell einer traditionell englischen, mehrstöckigen Torte.

«Bei uns werden Gebäcke fürs Apéro, aber auch Torten bestellt. Nur diese englische Torte ist nicht mehr im Trend bei den Schweizern», führt Peter Gassler aus. Aufträge für ein solches Dessert gibt es aber von Seiten der türkischen Gemeinschaft, wie er erklärt, dann jeweils für ungefähr 150 Gäste. Gegenüber, bei der Team Papeterie, die Speisekarten und Zubehör für Tischdekorationen anbietet, gibt es neuerdings die Möglichkeit, Kaffeerahmdeckel bedrucken zu lassen, was unter den Besuchern Entzücken auslöste. Wer wollte, konnte sich zudem kostenlos von Profis schminken oder eine Hochsteckfrisur anfertigen lassen.

«Die Messe war absolut der Hammer», so Organisatorin Kerstin Schlup auf Nachfrage. Bis um 18 Uhr hätten rund 800 Personen den Grenchner Hof besucht, aber es habe nie ein Gedränge geherrscht. «Es war nie stressig, nie hektisch und nie eng, sondern einfach nur schön», so Schlup. Aussteller wie Besucher seien begeistert gewesen und es seien viele Offerten, Termine und konkrete Geschäfte vereinbart worden. «Ich denke, man darf davon ausgehen, dass wir die Hochzeitsmesse auch nächstes Jahr wieder durchführen.