André Rötheli, Assistenzcoach des EHC Olten, weiss aus eigener Erfahrung, dass «das fünfte Spiel nicht das Einfachste ist.» Insofern trauert der dreifache Schweizermeister (mit Zug, Lugano und Bern) dem unnötig verlorenen vierten Spiel am vergangenen Sonntag im Kleinholz nicht nach. «Was heisst nachtrauern? Wir haben ausgezeichnet begonnen, wie so oft, und sind 2:0 in Führung gegangen. Aber, auch wie so oft in dieser Saison, konnten wir die Leistung nicht über 60 Minuten durchziehen.»
Die Personalprobleme, mit denen die Solothurner kämpfen, seien sicherlich ein Grund dafür. «Die Voraussetzung diesbezüglich, um in den Playoffs zu bestehen, sind absolut katastrophal», so Rötheli. Aber der rund 900-fache NLA-Spieler verhehlt auch nicht, dass gewisse konditionelle Mängel da seien. «Am Sonntag war nach 30, 35 Minuten die Luft draussen», so der Hägendörfer. Und wenn die Pumpe nicht mehr mithält, dann hängt eben auch der Kopf und es geschehen Fehler oder man nimmt unnötige Strafen.
Überraschungen sind möglich
Trotzdem ist Rötheli, was das heutige Spiel angeht, zuversichtlich: «Natürlich, sonst könnten wir gleich zuhause bleiben und an die Fasnacht gehen.» Die Einstellung der Spieler habe immer gestimmt. Und «wenn wir unser fraglos gutes System durchziehen», so Rötheli, «dann haben wir eine echte Chance zu gewinnen.» Auch Visp steht unter Druck und man werde das Team von Caoch Bob Mongrain bis aufs Letzte fordern, verspricht der 74-fache Nationalspieler.
Rötheli hat wahrlich mehr als genug Erfahrung, um zu wissen, dass im Eishockey sehr Vieles, auch viel Überraschendes, passieren kann. «Plötzlich blühen in solchen Momenten, wo man mit dem Rücken zur Wand steht, Spieler auf, die zuvor kaum ins Rampenlicht getreten sind oder es fallen die Pucks für einen rein und keiner weiss warum», sagt er.
Ein Sieg und alles kann kehren
Sollte der Husarenstreich tatsächlich gelingen und Olten die Serie heute auswärts auf 2:3 verkürzen, dann ist für den Hobby-Piloten Rötheli «wieder alles offen. In diesem Fall kann das Momentum wieder völlig auf unsere Seite kippen.» Klar, dass Visp genau null Bock verspürt, noch einmal nach Olten zu reisen, was dann gegebenenfalls in Spiel 6 am kommenden Freitag der Fall wäre. Die Frage ist also – hat das Team des EHC Olten ausreichend Sauerstoff, um heute im Wallis 60 Minuten lang sein bestes Eishockey abzurufen? Dann ist die Chance auf einen Saisonverlängerung intakt.