In der Schweiz leben heute über 120'000 Menschen türkischer Herkunft, die meisten von ihnen gelten als gut integriert. Mehr als die Hälfte von ihnen hat nur den türkischen Pass, davon die meisten jedoch eine dauerhafte Niederlassungsbewilligung.

Die meisten Türken leben in der Deutschschweiz, vor allem in den Kantonen Zürich, Aargau und Basel. 

Einbürgerungen und schrumpfende Zuwanderung aus der Türkei führen dazu, dass der Anteil der türkischen Staatsbürger in der Schweiz schrumpft. Dafür wächst die Bevölkerung mit einem türkischen Migrationshintergrund.

Die ersten türkischen Einwanderer kamen als Arbeitsmigranten zwischen 1960 und 1980 ins Land. Nach dem Militärputsch von 1980 kam es zu einer weiteren Einwanderungswelle. Der Konflikt zwischen der türkischen Regierung und der kurdischen Bevölkerung löste in den 1990er Jahren eine erneute Einwanderungswelle aus. Die heutige Zuwanderung findet hauptächlich im Rahmen des Familiennachzugs statt.

Heute sind nur noch wenige Türken als Asylsuchende in der Schweiz. 2015 stellten noch 424 türkische Staatsangehörige ein Asylgesuch. Der Putschversuch von 2016 und die aktuelle Entwicklung könnte jedoch wieder zu einem Anstieg führen. Unlängst ersuchte sogar der türkische Vizebotschafter in Bern um Asyl.

Türkische Staatsangehörige haben insgesamt ein tieferes Bildungsniveau als die Schweizer Bevölkerung. Je höher die Bildungsstufe, desto kleiner ist der Anteil der türkischen Staatsbürger.

Mit ein Grund dafür ist, dass die Einwanderer der ersten Einwanderer-Generation selbst oft aus bildungsfernen Verhältnissen stammt. Immer wieder Thema ist aber auch die Diskriminierung in der Ausbildung, Lehrstellen- und Arbeitssuche.

Das wirkt sich auf den Anteil türkischer Staatsbürger bei Arbeitslosen und Sozialhilfebezügern aus. Unter den ausländischen Sozialhilfebezügern stellt die Türkei hinter Ex-Jugoslawien und Portugal die drittgrösste Gruppe dar. (cze)