Eingereicht hatte den Antrag Isabelle Chevalley (GLP/VD). Die Haltung von Delfinen und Walen mache aus pädagogischer Sicht keinen Sinn und diene nur der Unterhaltung, sagte sie. Die Tiere würden in viel zu kleinen Becken gehalten. Die Musik, der sie ausgesetzt seien, sei für ihr feines Gehör viel zu laut.
SP und Grüne, aber auch etliche Bürgerliche unterstützten ihren Antrag. Dieser wurde mit 112 gegen 60 Stimmen angenommen, gegen den Willen der Mehrheit der vorberatenden Kommission und des Bundesrates. Sie hatten keine Verbote gewollt und auf die strengen Auflagen für die Haltung von Wildtieren in der Schweiz verwiesen.
Bundesrat gegen Verbote
Kommissionssprecherin Elisabeth Schneider (CVP/BL) wollte keine Sonderbehandlung für bestimmte Tiere im Gesetz. Man könne ja beliebig viele andere Tiere ebenfalls auf diese Liste setzen, gab sie zu bedenken. Kommissionssprecher Oskar Freysinger (SVP/VS) verwahrte sich gegen ein "Connyland"-Gesetz, wie er es nannte.
Im vergangenen Herbst starben in diesem Freizeitpark in Lipperswil TG zwei Delfine innerhalb einer Woche. Laut Untersuchungen war das Gehirn der Tiere durch ein Antibiotikum geschädigt worden. Der Bundesrat hatte nach diesen Todesfällen Haltungsverbote abgelehnt, aber angekündigt, die Regeln für die Haltung zu überprüfen.
Gemäss Bundesrat waren letztmals 1989 und 1992 Grosse Tümmler eingeführt worden. Im Connyland - nur dort werden in der Schweiz Delfine gehalten - leben zurzeit noch drei der Meeressäuger.
Schutz für Firmen und Forscher
Der Nationalrat schuf in der Vorlage noch weitere Differenzen zum Ständerat. Mit einer Zusatzklausel im Tierschutzgesetz will er beispielsweise Firmen und Forscher schützen, die an Tierversuchen beteiligt sind.
Demnach soll der Bundesrat bei der Regelung der Einzelheiten zur Informationspflicht "die überwiegenden schutzwürdigen privaten oder öffentlichen Interessen beachten". Rückschlüsse auf Firmen, Forscher, Forschungsanlagen und Forschungsvorhaben sollen damit vermieden werden.
Im Gesetz verankern will der Nationalrat ein Verbot von internationalen Tiertransporten durch die Schweiz per Lastwagen. Heute steht das Transitverbot in der Tierschutzverordnung. Dabei hat es der Ständerat bisher stets bewenden lassen wollen.
Einerseits handelt es sich bei Delfinen um Wildtiere, bei denen eine artgerechte Haltung sehr schwer, wenn nicht unmöglich ist. Im Delfinarium sind die Tiere eingekesselt und dessen Enge steht in keinem Verhältnis zu den Weiten eines Ozeans. Sie werden mit Medikamenten versorgt, so dass auf der sensiblen Haut keine Pilzerkrankungen auftreten, die durch das Chlorwasser hervorgerufen werden, geschweige denn von anderen Erkrankungen. Ausserdem handelt es sich bei Delfinen um Tiere, die ihre Nahrung über Sonarortung aufstöbern. Diese wird dann häufig in den Delfinarien nicht mehr eingesetzt, weil sie zu einer Verwirrung der Tiere führt. Die Gefangenschaft von Delfinen führt neben Verhaltensstörungen wie Aggressivität auch zu einer x-mal kürzeren Lebenszeit.
Andererseits ist der Delfin in der Wildbahn zusehends mit mehr Problemen konfrontiert: Die Überfischung der Meere, die Verschmutzung und der Walfang reduzieren den Artbestand. Ein Delfinarium bietet also die Möglichkeit, die Tiere von solchen Gefahren zu beschützen.
Ich selbst erhoffe mir, dass man (oder frau) vielleicht einmal in ein Delfinarium geht.
UND dann erkennt man (oder wie schon gesagt, frau) vielleich plötzlich den Wunsch, diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben und sich für den Schutz dieser Tiere einzusetzen.
Denn auch wenn man in der Schweiz wohnt, kann man seinen Beitrag leisten: Wie der bewusste Kauf von delfinfreundlichen Labels, usw....