Fricktal
Aktualisiert am 07.02.12, um 17:53 von Susanne Hörth
 

Hunde würden sich selbst nie Schuhe anziehen

Diesem Vierbeiner scheint es trotz schützender Kleidung nicht wirklich wohl zu sein. az
Friert der Hund bei dieser Kälte? Braucht er Mantel und Schuhe, um den Minusgraden zu trotzen? «Das hängt von Rasse und Aktivität des Hundes ab», sagt dazu Tierarzt Markus Müller aus Möhlin. von Susanne Hörth
 

«Bei dem Wetter jagt man doch keinen Hund vor die Türe.» Bei dieser Redewendung geht es weniger um den Vierbeiner als vielmehr um Frauchen und Herrchen. Sind sie es doch, die das geschützte Haus nicht verlassen möchten. Hundchen hingegen zieht es täglich mehrfach ins Freie, will er doch sein Geschäft verrichten, sich beim Spaziergang austoben. Da spielt das Wetter eine untergeordnete Rolle. Meistens. Die zurzeit herrschende eisige Kälte setzt dem einen oder anderen Vierbeiner gleichwohl zu.

Jener Kaister Irish Setter, der schon nach wenigen Hundert Meter auf dem Teerboden zu winseln beginnt, abwechselnd eine der vorderen oder hinteren Pfoten nach oben streckt, bekundet deutliches Unwohlsein. Sobald er aber von der Strasse oder dem Trottoir auf die verschneite Wiese ausweichen kann, ist jeglicher Schmerz vergessen, ausgelassenes Herumtoben ist angesagt. «Viele Hunde haben Mühe mit dem Salz auf den Strassen», ist von der Möhliner Kleintierklinik am Sonnenberg zu vernehmen.

Abwaschen und abtrocknen

«Das Salz trocknet die Fussballen der Hunde aus. Das führt zu kleinen Rissen. Das brennt und wird mit dem wieder in Kontakt kommen mit dem Salz nicht besser», so Markus Müller, leitender Tierarzt in der Tierklinik. Er empfiehlt deshalb den Hundehaltern, ihren Vierbeinern nach dem Spaziergang jeweils die Pfoten kurz abzuwaschen und anschliessend abzutrocknen. Vorbeugend bei Tieren mit sehr empfindlichen Ballen könne auch das Behandeln dieser mit speziellen Ölen oder Fetten sein. Hier ist eine Absprache mit dem Tierarzt sinnvoll.

Hunde würden wahrscheinlich nie auf den Gedanken kommen, Schuhe zu tragen, auch nicht, wenn die Untergründe noch so eisig und salzig sind. «Schuhe gehören vor allem an die Pfoten wenn diese verletzt sind», ist Markus Müller überzeugt. Und wenn schon Schuhe nötig sind, dann nur im Freien. In den luftdichten Schutzbekleidungen bildet sich Feuchtigkeit, was wiederum nicht gut für die Hundefüsse ist.

Und jetzt noch ein Mantel

Wie sieht es mit dem Manteltragen aus. Darauf der Tierarzt: «Das ist rasseabhängig. Bei Hunden mit kurzem Deckhaar und wenig Unterwolle macht das Tragen eines Mantels sicherlich Sinn.» Eine Rolle spiele zudem, wie aktiv ein Hund ist. Tiere mit wenig Bewegung frieren deutlich schneller als ihre aktiven Artgenossen.

Insgesamt empfiehlt Markus Müller allen Hundehalter bei der Frage, Tierbekleidung ja oder nein, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen.

(az Aargauer Zeitung)