Gestern Donnerstag, eine halbe Stunde vor Mittag, deutete im Gasthof Pflug nichts mehr auf den dreisten Überfall hin, der hier fast auf die Minute genau zwölf Stunden zuvor passiert war. Die Gaststube ist bereits zur Hälfte besetzt, das Servierpersonal eilt geschäftig hin und her. Schnitzel mit Pommes oder Teigwaren liegen hauptsächlich auf den Tellern, die aus der Küche getragen werden.

Bewaffneter Restaurant-Überfall

Unbekannte überfielen die Wirtin in ihrem Restaurant in Othmarsingen. Die Maskierten drohten mit einer Pistole und erbeuteten so mehrere 1000 Franken.

Der «Pflug» ist in weiten Kreisen beliebt. Büezer aus der Region treffen sich hier zum Bier. Auch Lastwagenchauffeure aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland machen in Othmarsingen Halt. Ein Stopp im «Pflug» bedeute viel mehr als das Stillen von Hunger und Durst, heisst es in ihren Kreisen.

Mit Kabelbinder gefesselt

Die späten Gäste am Mittwochabend kamen jedoch in ganz anderer Absicht. Sie hatten es auf den Tresor abgesehen. Gegen 23.15 Uhr war es, Wirtin Alexa Waeber sass in ihrem Büro in einem Nebengebäude des Landgasthofs, als plötzlich die Türe aufging. Wie die Kantonspolizei in einer Mitteilung schreibt, stürmten zwei mit Sturmmasken vermummte Männer in den Raum. Einer habe die Wirtin mit einer Pistole bedroht, sie zu Boden gedrückt und anschliessend mit Kabelbindern an einen Heizkörper gefesselt.

Währenddessen räumte der Komplize Geld aus dem Tresor und verstaute es in einer Tasche. Die Tat dauerte nur wenige Minuten, danach waren die Täter wieder verschwunden. Die Wirtin konnte sich selbstständig befreien und die Polizei alarmieren. Trotz zahlreichen Polizei-Patrouillen gelang den Tätern mit mehreren tausend Franken die Flucht.

Polizei sucht Zeugen

Die Ermittlungen der Kantonspolizei laufen, sagt Mediensprecher Bernhard Graser auf Anfrage. Bisher jedoch ergebnislos. Die Kapo sucht Augenzeugen, denen die Täter vor oder nach der Tat aufgefallen sind (Telefon 062 / 835 80 20): Gesucht werden zwei etwa 170 Zentimeter grosse Männer, der jüngere der beiden ist von eher schlanker Statur. Beim Überfall trugen beide schwarze Jeans und schwarze Jacken. Sie sprachen eine osteuropäische Sprache und gebrochenes Deutsch.

Über den Vorfall reden möchte Alexa Waeber nicht. Das lässt sie von einer Mitarbeiterin am Tag nach dem brutalen Raubüberfall ausrichten.