Als der Berg kam, toste und donnerte es. Fritz Bitterli, damals 17 Jahre alt, spürte, wie das Haus am Bergfuss bebte und ächzte. Und Fritz dachte, das wars mit uns, jetzt deckt es uns zu. Dann ging das Licht aus. Das war die Nacht vom 16. Februar 1957, um 21 Uhr 40. Die Nacht des bis dato grössten Felssturzes der Neuzeit im heutigen Kanton Aargau.

Wie Adolf Hartmann 1958 in den «Mitteilungen der aargauischen Naturforschenden Gesellschaft» schreibt, hatten Erschütterungen durch das Sprengen der Felsen zur Lockerung des Hangs geführt. Der Bergsturz hatte weitreichende Folgen: Weil ein Freilegen der Strasse wegen des verschütteten Sprengstoffdepots unmöglich war, wurde die Strasse verlegt, wie Hansueli Roth in den Erlinsbacher Neujahrsblättern 2007 schreibt. Ebenfalls wurde das Bett des Erzbachs, der natürlichen Grenze zwischen den Kantonen, verlegt.

Das führte dazu, dass der Kanton Aargau sein Terrain um etliche Aren zulasten des Nachbarskantons vergrösserte. Als grösster Felssturz gilt heute der Küttiger Vorfall vom 23. Februar 1999: Hier lösten sich rund 150'000 Kubikmeter Gestein.

Was Fritz Bitterli in jener Nacht erlebte, als der Berg über sein Haus kam, erzählen wir hier.